Bega von Cumberland

Gedächtnis: 6. September
Die ehrwürdige Bega von Cumberland (auch Bee, Bèges, Bées, Végue, Vée, St. Bee von Egremont; † 7. Jahrhundert) war eine aus Irland stammende Einsiedlerin, Äbtissin und Jungfrau, die im Nordwesten Englands wirkte. Sie gilt als Schutzpatronin Nordwestenglands, Norwegens sowie der Armen und Unterdrückten.
Bega wurde im 7. Jahrhundert als Tochter eines irischen Königs geboren und galt als die schönste Frau ihres Landes. Schon seit früher Kindheit weihte sie ihr Leben der religiösen Entsagung und der Jungfräulichkeit für Christus. Der Heiligen Überlieferung zufolge erschien ihr ein Engel, der ihr als Zeichen ihrer himmlischen Verlobung ein mit einem Kreuz markiertes Armband (beag) überreichte. Als ihr Vater sie gegen ihren Willen mit einem norwegischen König verheiraten wollte, floh sie in der Nacht vor der Hochzeit, während die Wachen und Gäste feierten oder schliefen. Da kein Schiff zur Verfügung stand, schnitt sie der Überlieferung nach eine Rasenscholle ab und überquerte auf ihr die Irische See. Sie ging an einer Landzunge in Cumberland (damals Teil des Königreichs Northumbria) an Land, wo sie lange Zeit in Gebet und Nächstenliebe als Einsiedlerin lebte und von wilden Vögeln genährt wurde.
Nachdem die Region zunehmend unter Überfällen von Plünderern litt, riet ihr der heilige König Oswald von Northumbria zum Eintritt in ein Kloster. Bega empfing daraufhin den Nonnenschleier aus den Händen des heiligen Aidan von Lindisfarne, dem Erleuchter von Northumbria. Unweit von Carlisle gründete sie ein Frauenkloster (am Ort des späteren Priorats Copeland im heutigen St Bees), das über Jahrhunderte bestand und später der Abtei St. Mary in York unterstand. Während des Baus diente Bega den einfachen Handwerkern in Demut, indem sie für sie kochte, wusch und flickte. Aus Furcht vor den immer häufiger werdenden Piratenüberfällen zog sie später mit ihrer Nonnengemeinschaft weiter ins Landesinnere und gründete womöglich weitere Niederlassungen an der geschützteren Ostküste Northumbrias. In hohem Alter zog sie sich wieder in die Einsamkeit zurück und entschlief friedlich an einem 6. September; ihr genaues Todesjahr ist nicht überliefert.
Das wundersame Armband der Heiligen wurde bis ins 12. Jahrhundert als heilige Reliquie in ihrer Einsiedelei aufbewahrt. Auf dieses Heiligtum wurden rechtsgültige Eide geschworen, da der Volksglaube besagte, dass ein Meineid auf die Reliquie unverzüglich aufgedeckt und mit schrecklicher Strafe heimgesucht würde. Die Landzunge, an der sie einst landete, heißt bis heute St Bees Head. Auch Ortsnamen wie Kilbees, Kilbucho, Kilbegie und Kilbagie gehen vermutlich auf das Patrozinium dieser Heiligen zurück.
Gebete
Troparion (3. Ton)
Die Herrlichkeit eines irdischen Königreiches verachtend, o ehrwürdige Mutter Bega, hast du Christus erwählt und Ihm deine Jungfräulichkeit geweiht; und von einer Stimme vom Himmel geleitet, flohest du über das Meer und ergriffest das engelgleiche Leben. Vom heiligen Aidan in das mönchische Gewand eingekleidet, wurdest du den Jungfrauen eine Führerin zu Christus. Darum bitte Ihn, dass Er uns Sein großes Erbarmen gewähre.
Kondakion (4. Ton)
Das Zeichen des Kreuzes war auf das Armband deines Gelübdes geprägt, o ehrwürdige Bega, als ein Siegel deiner Weihe an Christus; und die irdische Herrlichkeit verlassend, bewahrtest du deine Seele in Jungfräulichkeit, Gebet und asketischer Mühe. Darum bitten wir dich, die du im himmlischen Brautgemach eingetreten bist: Bete unablässig für jene, die dein heiliges Andenken ehren.
aus dem Englischen übersetzt